Filmabend mit anschließender Diskussion mit den Autoren Péter Szalay (Regie, Kamera) und Dr. Ildikó Hidas (Dramaturgie) 29.10.2026, 18:00 s.t. – ca. 20:15 Uhr, Oettingenstraße 67, Raum 057 (EG) + per Zoom (Zoom-Link nach Anmeldung bei: ikk@ikk.lmu.de)
ABSTRACT: Mehr als drei Jahrzehnte nach Mauerfall und Wiedervereinigung prägen unterschiedliche ost- und westdeutsche Erfahrungen und Erinnerungen weiterhin die Kommunikation innerhalb der deutschen Gesellschaft. Die Aufarbeitung der ostdeutschen Geschichte ist daher nicht nur eine historische Aufgabe, sondern auch ein Feld innerdeutscher interkultureller Kommunikation.
Der Dokumentarfilm NO COMMAND! (Ungarn 2020, ca. 72 Min., deutsch) bringt in diese Auseinandersetzung zugleich eine ungarische Perspektive ein. Der Film erzählt die Ereignisse des Jahres 1989 als Teil einer deutsch-ungarischen und europäischen Geschichte. Im Mittelpunkt stehen zwei Grenzoffiziere: Árpád Bella an der ungarisch-österreichischen Grenze und Harald Jäger an der Berliner Mauer. Beiden fehlte im entscheidenden Moment das, wonach der Film benannt ist – ein Befehl. Sie mussten unter Unsicherheit handeln, ohne Rückendeckung und ohne zu wissen, was ihre Entscheidung auslösen würde. Zugleich erinnert der Film an das tragische Schicksal einer ostdeutschen Familie, deren Fluchtversuch kurz nach dem Paneuropäischen Picknick tödlich endete.
Der Film lädt dazu ein, über die mediale Aufarbeitung dieser Ereignisse und ihre Bedeutung für die Gegenwart zu diskutieren: Wie werden 1989 und der Fall des Eisernen Vorhangs aus ostdeutschen, westdeutschen und ungarischen Perspektiven erinnert? Welche Brüche und unterschiedlichen Erfahrungen wirken bis heute in der innerdeutschen Kommunikation fort?
Welche Wahrnehmung der Ereignisse ergibt sich aus ungarischer Perspektive? Und was kann dokumentarisches Erzählen zur Verständigung beitragen – wo liegen seine Grenzen?
Seit 2020 wurde der Film nicht nur in verschiedenen kulturellen Institutionen von deutschen Städten vorgeführt, sondern hat auch in der Ukraine und in den USA ein weites Publikum erreicht.